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Erreger:
 | anaerobes, sporenbildendes, begeißeltes
Stäbchenbakterium |
 | ubiquitäres Vorkommen der Sporen im Erdreich und Meeresboden |
Infektion:
 | Sporen kommen ubiquitär in Erde vor → Kontamination von Nahrung (insbesondere Fleisch- und
Fischprodukte) → beim Kochen wird das
Toxin zerstört (hitzelabil), die Sporen überleben → unter anaeroben Bedingungen (Konserven, Einweckgläser,
Inneres eines Schinkens) keimen die Sporen und bilden Toxin |
Diagnostik:
 | serologische Antikörper-Untersuchungen sind nicht möglich |
 | bakteriologische Untersuchungen sind oft zu spät und nur beim
Säuglingsbotulismus bzw. Wundbotulismus möglich (in anderen Fällen nur
Toxinwirkung) |
 | Toxinnachweis:
 | Serum-, Stuhl- oder Nahrungsmittelproben |
 | Bei Säuglingsbotulismus gelingt der Toxinnachweis selten. |
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Krankheiten:
 | schwerste Lebensmittelvergiftung:
 | Toxinaufnahme V.a. bei ungekochten luftdichten Fleisch- oder
Fischkonserven sowie Wurstwaren →
aufgeblähte Konservendosen sollten sollten weder geöffnet, noch deren
Inhalt verzehrt werden |
 | Botulinustoxin ist hitzelabil, es wird durch ausreichendes
Erhitzen bzw. Kochen zerstört (Das Toxin wird durch Erhitzen 10 Minuten
bei 100°C zerstört). |
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 | Wundbotulismus:
 | Bildung von Botulinustoxin unter der
anaeroben Bedingungen in tiefen Wunden |
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 | Säuglingsbotulismus:
 | durch spezielle Gegebenheiten der
Standortflora des Säuglingsdarms sind Sporen in der Lage auszukeimen und
Toxine zu bilden (insbesondere nach Honigverfütterung beschrieben!) |
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Pathologie:
 | Erreger des Botulismus („botulus“= Wurst):
 | Das Botulinustoxin (v.a. Toxin A) ist das stärkste
bekannte bakterielle Gift! → bereits
10-8 g für Menschen letal |
 | Das Gift hemmt die Reizübertragung an den motorischen Endplatten der
Nervenzellen → schlaffe Lähmungen |
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Inkubationszeit:
 | normalerweise 12 und 36 Stunden, bei kleinen
Giftmengen bei schwächerer Symptomatik Inkubationszeiten
bis zu zehn Tagen möglich |
Klinik:
 | Symptome:
 | Übelkeit und Erbrechen |
 | Sehstörungen (Doppelsehen) |
 | weite
Pupillen |
 | trockene Schleimhäute |
 | Tachykardie |
 | Obstipation |
 | Lähmungen (Tod durch Atemlähmung nach 3-8 Tagen) |
 | kein Fieber! |
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Differentialdiagnosen:
Prognose:
 | unbehandelt meist letal (bis zu 90 Prozent) |
 | mit Antitoxin-Gabe → 10- 15 Prozent
Letalität |
Therapie:
 | Antitoxin (trivalentes Antitoxin gegen Typ A, B und E; nach Typbestimmung
evtl. Gabe von monovalentem Antitoxin) |
 | symptomatische Therapie |
 | bei Wundbotulismus → chirurgische
Wundversorgung und Penicillingabe |
 | bei infantilem Botulismus → keine
Antitoxingabe, ausschließlich symptomatische Therapie |
 | Antibiose nur bei Sekundärinfektionen:
 | eine Antibiotikagabe kann dazu führen,
daß die toxinbildenden Bakterien abgetötet →
Freisetzung größere Mengen Toxin →
das klinische Bild wird verstärkt |
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Hinweis:
 | Das Botulinus-Toxin wird auch in der kosmetischen Behandlung zum
"Glätten" von Falten benutzt. Es handelt sich bei der Therapie um
eine (mehr oder minder) gezielt gesetzte Lähmung einzelner kleiner Muskeln |
Meldepflicht:
Siehe auch:
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