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Materialien:
 | Rachenabstrich, Tonsillenabstrich:
 | unterhalb der Pseudomembranen entnehmen |
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 | Nabelschnurabstrich (bei Neugeborenen) |
 | seltene Lokalisationen:
 | Wundabstrich |
 | Vaginalabstrich |
 | Konjunktivalabstrich |
 | Gehörgangsabstrich
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 | wichtiger Hinweis: zur Sicherung einer schnellen und gezielten Diagnose
bitte dem Labor den Diphtherieverdacht mitteilen!
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Erreger:
 | Corynebacterium diphtheriae |
 | grampositives, nicht sporenbildendes Stäbchen |
 | Toxinbildner (Diphtherietoxin) |
Übertragung:
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meist Tröpfcheninfektion |
 | Infektionen über über infiziertes Material sind beschrieben |
 | Infektionsquelle können auch klinisch gesunde Bakterienträger sein |
Inkubationszeit:
 | 2-5 Tage |
Epidemiologie:
 | weltweite Verbreitung |
 | Deutschland:
 | 1975-1984 nur 113
Fälle in Deutschland |
 | in den Jahren 2000 und 2001 gab es keine gemeldeten Diphtheriefälle |
 | 50 % der Erwachsenen sind ohne Diphtherieschutz (schlechter
Durchimpfungsrate) |
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 | Sowjetunion und ihre Nachfolgestaaten:
 | 1994 und 1995 wurden jeweils ca. 50.000 Fälle erfaßt |
 | 1998 waren es nur noch etwa 2000 (meist in Russland selbst) |
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Klinik:
 | bakterielle Lokalinfektion, die eine toxinbedingte
systemische Wirkung nach sich ziehen kann
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 | Lokalinfektionen:
 | Leitsymptom: pseudomembranöse Tonsillitis: |
 | Pseudomembranen auf Tonsillen, weichem Gaumen, z.T. Larynxschleimhaut, Nase |
 | (ausgeprägte) Halslymphknotenschwellung (Cäsarenhals) |
 | Atembehinderung mit Stridor (Tonsillen-,
Lymphknotenschwellungen) |
 | Haut/Wunddiphtherie:
 | bei Säuglingen auch Nabel-, Wundinfektionen |
 | Vaginal-, Wundinfektionen (meist in tropischen Gebieten) |
 | selten: Konjunktival-, Gehörgangsinfektionen
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 | Diphtherietoxin-Wirkung (systemische Wirkungen):
 | Herzmuskelschäden |
 | Leberschäden |
 | Nierenschäden |
 | Nebennierenschäden |
 | Lähmungen im Bereich der motorischen Hirnnerven |
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Therapie:
 | Diphtherieverdacht
 | keinesfalls Ergebnis der Kultur abgewartet (kommt eventuell zu spät) |
 | schon der klinische Verdacht einer Diphtherieinfektion
rechtfertigt die antitoxische Therapie mit Diphtherie-Antitoxin vom Pferd
(500-1.000 Einheiten/kg Körpergewicht i. m., ggf. Steigerung bis
auf 2.000 Einheiten pro kg Körpergewicht (hälftig i. v.(intravenös)/i. m.(intramuskulär)) |
 | parallel hochdosiert Penicillin als Antibiotikum (bei bekannter
Allergie Erythromycin oder Clarithromycin (Klacid®) →
CAVE: Die Antibiose bekämpft die Infektion (Neubildung von Toxin),
behandelt jedoch nicht die Toxinwirkung!
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 | Kontakt eines Ungeimpften bzw. bekanntermaßen Nichtimmunen mit einem
Erkrankten:
 | passive Immunisierung mit Diphtherie-Antitoxin →
der Schutz der Immunglobuline hält lediglich 10 Tage an |
 | zusätzlich antibiotische Behandlung |
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Prophylaxe:
 | Schutzimpfung :
 | vierzeitig während der ersten beiden Lebensjahre →
Impfstoff mit hohem Antigengehalt (D) |
 | Auffrischimpfungen sind mit 4-5 und 9-17 Jahren →
Impfstoff mit hohem Antigengehalt (D) |
 | Danach wird alle zehn Jahre aufgefrischt →
Impfstoff mit niedrigem Antigengehalt (d=1/10 der Menge bei D) |
 | Bei engen Kontaktpersonen („face to face“) zu Erkrankten ist seit
2002 in Deutschland die Auffrischimpfung fünf Jahre nach der letzten
Impfung vorgesehen.
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 | zu Impfung siehe auch:
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 | auch bei Erwachsenen an den Impfschutz denken! |
Hinweise:
 | Bei Diphtherieverdacht und unklarem Impfstatus
Anti-Diphtherie-Toxin-Immunitätslage serologisch abklären (siehe Diphtherie-Antikörper) |
Meldepflicht:
Siehe auch:
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